Depressionen beim Hund


Autor: Jörg Tschentscher / Ausgabe: 2008-07

An der Krankheit „Depression“ leiden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ca. 200 Millionen Menschen weltweit. Wie ist das eigentlich bei Hunden? Gibt es das – depressive Hunde? Nach Studien von Seligman und Hiroto in den 1960er Jahren ist die Frage eindeutig mit Ja zu beantworten. Außerdem findet sich der Begriff Depression häufig bei der Beschreibung von Symptomen in tierärztlichen Krankengeschichten von Hunden.

Was früher oft in Frage gestellt wurde, wird ­heute als gegeben angesehen. Tiere haben Gefühle. Zahllose Studien beweisen dies, die eigene Erfahrung zeigt es. Das Vorhandensein von Gefühlen bedeutet aber auch die Möglichkeit der ­Existenz psychischer Erkrankungen bei Tieren, die ja direkt oder indirekt mit Gefühlen in Verbindung stehen. Verliert bspw. ein Hund seine Bezugsperson oder ein Partnertier, oder lebt der Hund in einem isolierten, eintönigen und freudlosen Umfeld, so wird häufig behauptet, er sei depressiv.


Antriebslosigkeit
Während eine depressive Verstimmtheit eine mehr oder weniger normale Reaktion auf traurige Ereignisse ist, liegt bei einer echten, sog. endogenen Depression, also einem krankhaften Zustand, ein gestörter Gehirnstoffwechsel vor, genauer, ein Mangel an Botenstoffen, sog. Transmittern. Diese Botenstoffe sind für den ­Austausch von Informationen zwischen den Zellen der unterschiedlichen Gehirnregionen zuständig, die bekanntesten sind Serotonin und Noradrenalin. Ein Mangel dieser Substanzen bewirkt u.a. eine ­Ver­änderung des eigenen Antriebs, des Schlafverhaltens, des Denkens oder auch des Selbstwertgefühls ...


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